Heinz Künzer

Wahl der XII. Vertreterversammlung der Bayerischen Architektenkammer

Redaktion Archiv

Liebe Kolleginnen und Kollegen, im April 2016 wählen Architektinnen und Architekten in Bayern ihre Vertreter für die XII. Vertreterversammlung unserer Bayerischen Architektenkammer.

Die bayerische Architektenschaft hat so das Privileg, ihren Berufsstand im Rahmen der ByAK selbstständig zu verwalten. Wir können die politischen Rahmenbedingungen unserer Berufsausübung dadurch stark beeinflussen. Zentrales Organ der Selbstverwaltung ist die Vertreterversammlung, unser „Architektenparlament“. Die gewählten Kolleginnen und Kollegen setzen die Schwerpunkte für die berufspolitische Arbeit in der ByAK, prägen den Geist und bestimmen die Grundsätze der Bayerischen Architektenkammer. Die Vertreter wählen aus ihrer Mitte den Präsidenten, unseren Vorstand, die Ausschüsse und Arbeitsgruppen. Sie leisten die berufspolitische Arbeit der ByAK für die nächsten 5 Jahre.

Allen Kolleginnen und Kollegen der Vertreterversammlung, des Vorstands, in den vielen Ausschüssen und in den Arbeitsgruppen und den Präsidenten der vergangenen Jahre bin ich sehr dankbar für ihre herausragende Arbeit.

Unterstützt durch die Leitung und dem kompetenten Fachpersonal der Geschäftsstelle, ist die ByAK seither eine der fähigsten Vertretungen des Berufsstandes. Deutlicher gesagt, die Arbeit unserer ByAK ist sehr gut, ich kenne keine bessere.

Erfolgreiche berufspolitische Arbeit erfordert klare Positionen, schlüssige Argumente, starken Willen, Zähigkeit und Ausdauer. Es sind lange Weg bis zum Ziel. Kolleginnen und Kollegen, die für ihren Berufsstand ehrenamtlich arbeiten und sich für die Wahl 2016 zur Verfügung stellen, wissen das. Es ist die Mühe wert, die uns Architekten verbindenden Werte zu stärken.

Wahlen verführen leider manchen Verbandsfunktionär zu unpassender Wahlkampfpropaganda. Das führt zu einer Agitation, in der man die Arbeit anderer klein macht, um sich selbst groß darzustellen. Dazu fällt mir das Bild ein: „ Wenn die Sonne tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten“.

Beispiel: Ein Verband „-will der Arbeit der Bayerischen Architektenkammer eine neue Richtung geben, engagiert, mutig und orientiert an den sich stetig verändernden Rahmenbedingungen für Architektinnen und Architekten. Klare Positionen, energisches Handeln, Konsequenz und Glaubwürdigkeit sind die Leitlinien, nach denen wir unseren Einsatz für die Zukunft des Berufsstandes ausrichten-„ Zitat aus dem Wahlaufruf.      Welche neue Richtung soll das sein? Die ByAK hat bisher sehr erfolgreich in die richtige Richtung gearbeitet. Das hat nur der Spitzenkandidat dieses Verbandes wohl nicht bemerkt, obwohl er im Text seines Aufrufes alle guten Leistungen der ByAK aufzählt, diese aber als Errungenschaften seines Verbandes darstellt. So geht Propaganda. Eine bekannte Methode, bereits vorhandene Themen besetzen und argumentativ so zu tun, als sei man der Problemlöser. Ich bin da sehr zuversichtlich, die Wähler werden es bemerken.

Bisher war die Wahlbeteiligung mit ca.44% leider immer sehr niedrig. Man kann darum sagen, eine Minderheit der Architektenschaft wählt und prägt daher die Zusammensetzung unseres Architektenparlaments. Das stärkt die Gruppierungen mit Sparteninteressen, obwohl eine Minderheit, wählen sie verlässlich und gewinnen damit die Mehrheit in der Vertreterversammlung.

Ich wünsche mir eine sehr große Wahlbeteiligung, damit das Ergebnis die wirkliche Struktur der Architektenschaft widerspiegelt, mit Kolleginnen und Kollegen aller Tätigkeitsbereiche, in Planungsbüros, in der Bauwirtschaft und in der Verwaltung, Angestellte, Beamte und Freischaffende. Vertreter mit ausgewogenem Urteil, geeignet die Belange der Gesamtheit der ByAK Mitglieder zu beachten.

Das sind meine Wünsche für die kommenden fünf Jahre Kammerarbeit:

  1. Der Gemeinschaftssinn, der die gute Arbeit der ByAK bisher getragen hat, sollte uns erhalten bleiben.
  2. Das bisher berufspolitisch Ereichte sollte abgesichert, weiter entwickelt und sehr wachsam verteidigt werden.
  3. Die XII. Vertreterversammlung sollte diesmal Kolleginnen und Kollegen aus allen Tätigkeitsbereichen haben und in der Altersstruktur ausgewogen sein. Die Zukunft hält für unsere jüngere Generation nicht weniger Probleme bereit. Sie werden es (Bau-)meistern, sollten aber dafür rechtzeitig eingeübt sein.
  4. Die Anliegen der Architektenschaft sind nur in Übereinstimmung mit der Politik und der breiten Öffentlichkeit zu erreichen.

An Übereinstimmung fehlt es oft, weil sich das Architektenbild in der Öffentlichkeitsarbeit hauptsächlich über künstlerische Aspekte definiert, obwohl im beruflichen Alltag unser praktisch fachliches Können gefordert wird. Es ist jetzt sehr wichtig, die komplexen Zusammenhänge unserer Arbeit zu erklären, damit gutes Bauen nicht auf Entwurf und Wettbewerbswesen reduziert verstanden wird. In unserer Öffentlichkeitsarbeit müssen wir dafür Schwerpunkte setzen. Motto: „mehr Baumeister, weniger Künstler“.

Damit schließe ich die Wunschliste. Sie ist klein, weil die zur Zeit wichtigen Themen in der Arbeit der ByAK schon behandelt werden und für die Zukunft annehmbare Ergebnisse versprechen.

Welche Bedeutung hat der BDB als größter gemeinsamer Architekten- und Ingenieure-Verband des Bauwesens in Deutschland für den Berufsstand?

Der BDB ist in allen deutschen Architekten- und Ingenieure-Kammern    vertreten und darum bestens gerüstet gegenüber Politik und Öffentlichkeit die Interessen des Berufsstandes darzustellen und auch durchzusetzen.

BDB – Baumeister, Architekten und Ingenieure sind geübt in der Kunst, die            vielen unterschiedlichen Interessen in der Berufspolitik in ein Gleichgewicht zu bringen. Gleichgewicht halten, ist eine der erfolgreichsten Bewegungen des Lebens. Das trainieren wir im BDB-Verband täglich. Es ist wegen der Vielfalt des Berufsstandes für unsere Arbeit unabdingbar.

Die Bayerischen Architektenkammer arbeitet in die richtige Richtung. Sie genießt hohes Ansehen über Bayern hinaus, wegen ihrer berufspolitischen Kompetenz.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, bitte wählen Sie in diesem Sinne eine gute Vertreterversammlung mit einer möglichst sehr starken BDB-Gruppe.

Heinz Künzer, Dipl.-Ing.
kuenzer-architekt@t-online.de