Das erste Semester an der ]a[ ist geschafft

Redaktion Ausbildung und Berufsgründung

Akademie der Bildenden Künste in Wien

Das erste Semester ist geschafft. Die letzten zwei Wochen waren gefüllt mit Events. Zum einen drehte sich alles um die finale Präsentation und die schriftlichen Prüfungen, zum anderen fand auch der Rundgang der Akademie statt. Er ist vergleichbar mit einem Tag der offenen Tür, bei dem alle Studierenden ihre Arbeiten zur Schau stellen. Ich bin mit meinen Leistungen in diesem Semester zufrieden und auch mit der Kritik, die ich von der Jury bekommen habe.


Studienarbeit an der Akademie der bildenden Künste in Wien von Ruben Stadler


In letzter Zeit habe ich öfter mit Freunden gesprochen, die an anderen Universitäten Architektur studieren und wir haben unsere Studiengänge und die damit verbundenen Möglichkeiten verglichen. So langsam lerne ich die Vorteile zu schätzen, an einer Akademie zu studieren. Ich kann natürlich nicht sagen, dass das System, in dem ich studiere, das Beste ist. Aber ich glaube, dass es für mich das Richtige ist. Je mehr ich in das Leben an der Akademie hineinwachse, desto mehr merkte ich, dass der Einzelne mehr persönlichere Betreuung erfährt, als es beispielsweise bei anderen Hochschulen der Fall ist. Womöglich auch bedingt durch die Anzahl der Studierenden.


Bei der finalen Präsentation war zusätzlich zu dem Professor aus Liechtenstein, noch ein zweiter Prüfer von auswärts anwesend, sowie auch mehrere Professoren aus unserem Institut. Wieder einmal habe ich gemerkt, wie gut es ist, wenn Außenstehende das eigene Projekt bewerten. Immer mehr lerne ich die Kritik unserer Dozenten zu schätzen. Denn je mehr man sich mit seinem Projekt auseinandersetzt, desto weiter bringt man es voran und auch die Kritiken können nur konstruktiv sein. Denn für einen selbst ist es egal, ob sie positiv oder negativ sind. Letztendlich weiß man, dass sie einen in der Findung des eigenen Stils und Arbeitsweise unterstützen. Mir ist klar geworden, dass die Uni nur die Grundbasis liefert, auf die jeder dann sein eigenes „ich“- Gebäude aufbauen muss. Am besten funktioniert das, wenn man sich auf sich selbst konzentriert und die Dinge, die man weiterentwickeln möchte. Was ich damit sagen möchte ist, dass bei der Bewerbungsmappe und auch bei beim späteren Studium die Art und Weise zählt, wie man sich mit dem Thema beschäftigt hat. Besonderer Arbeitsaufwand und Engagement sind genauso wichtig, wie das Endergebnis.


In den letzten Wochen des Semesters wurden wir dann auch schriftlich geprüft. Da ich davor seit eineinhalb Jahren keine Prüfung mehr geschrieben hatte, fiel es mir zunächst schwer, wieder ins Lernen reinzukommen. Aber die Prüfungen waren letztendlich nicht so anspruchsvoll, wie gedacht. Die Bedingungen waren human, die Aufgaben machbar und die Grundstimmung war ziemlich familiär.


Rundgang der Akademie der bildenden Künste Wien


Der Rundgang ist mit einem Tag der offenen Tür vergleichbar. Der Rundgang dauert jedoch vier Tage. Somit hat jeder die Möglichkeit sich einen Einblick zu verschaffen. Alle Studentinnen und Studenten, aus jedem Fachbereich und jedem Semester, stellen ihre Projekte vor. Zum ersten Mal hatte auch ich die Möglichkeit zu sehen, was die anderen Studierenden produzieren. Die Masse an Material hat mich überwältigt, vor allem im Bereich der Malerei. Die Werke aus der Klasse von Daniel Richter gefielen mir von allen am besten. Die Arbeiten aus der kontextuellen Malerei, mit ihrer extremen Ausstrahlung, waren besonders eindrucksvoll. Die Arbeitsräume befinden sich sogar im gleichen Stockwerk, wie die der Architekten. Der Rundgang war gut besucht. Vor allem der erste Tag, der mit einer großen Party in einer Zweigstelle der Akademie endete. Ich war erstaunt, wie viele Leute sich für unsere Arbeiten interessieren.


Ruben Stadler

Architekturstudent